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Stadt verpflichtet sich zur Fahrrad-Förderung
Projekt soll Pendler davon überzeugen, das Auto stehen zu lassen und auf umweltfreundliche Alternativen umzusatteln
Mitarbeiter von Firmen und Behörden zu motivieren, das Auto stehen zu lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen - das ist das Ziel des Projekts "bike + business". Als erste Stadt hat sich Bad Homburg nun per Vertrag dazu verpflichtet.
VON TORSTEN WEIGELT

Bad Homburg · 22. September · Rund 50 der insgesamt 400 Rathaus-Mitarbeiter kommen derzeit jeden Morgen mit dem Fahrrad, schätzt Oberbürgermeisterin Ursula Jungherr (CDU), die gestern gemeinsam mit Klaus Peterson vom Vorstand des ADFC Hessen im Rahmen der Aktion "In die Stadt ohne mein Auto" auf dem Waisenhausplatz ihre Unterschrift unter das Papier setzte. Ziel von "bike + business" ist, in Zukunft die Zahl der Rathaus-Radler deutlich zu steigern. Sie selbst werde wohl nicht darunter sein, gab Ursula Jungherr zu, was aber nicht an ihrer Aversion gegen das Radfahren liege. Da sie in der Nähe ihrer Arbeitsstelle wohne, gehe sie die "exakt 18 Minuten" ebenso umweltfreundlich zu Fuß.
Für die radelnden Mitarbeiter soll es im Rathaus demnächst Spinde geben, wo sie Helme oder Regenjacken ablegen können, versprach die Oberbürgermeisterin. Ansonsten sind erst einmal noch keine konkreten Maßnahmen geplant. Die sollen sich aus Gesprächen der ADFC-Mitglieder mit den städtischen Mitarbeitern ergeben. Ergebnis könne etwa sein, dass bessere Abstellmöglichkeiten benötigt werden oder dass spezielle Umkleideräume und möglicherweise sogar Duschen im Rathaus eingerichtet werden, erläuterte der ADFC-Geschäftsführer für Hessen, Norbert Sanden.
Was die allgemeine Radpolitik der Stadt angeht, urteilt Volker Radek, Sprecher des ADFC in Bad Homburg und im Hochtaunuskreis: "Es war ein langer, mühsamer Weg, aber die Richtung stimmt." Als weitere Verbesserungen fordert er unter anderem, dass die Louisenstraße für Fahrräder freigegeben wird, mehr Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radler geöffnet und die Bürgersteige abgeflacht werden. Zumindest bei den beiden ersten Punkten wird er in Ursula Jungherr keine Unterstützerin finden. "Auf der Louisenstraße sind viele ältere Menschen unterwegs, die sich durch Radfahrer gestört fühlen", betont sie. Und beim Thema Einbahnstraßen habe man "intensiv geprüft" und nur zwei Straßen für sicher genug für eine Öffnung gefunden. "Da haben wir eine andere Rechtsauffassung als etwa Frankfurt", sagt Jungherr.
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Copyright © Frankfurter Rundschau online 2004
Dokument erstellt am 23.09.2004 um 00:21:40 Uhr
Erscheinungsdatum 23.09.2004
| Ausgabe: R4
| Seite: 46